Textauszüge

Aus Teil 1:

Bin ich anders, bin ich verkehrt?

Ich fühlte mich einfach immer so anders als alle anderen. Schon als Kind war ich mehr außen vor als mitten drin. Oder wenn mitten drin, dann mit einem Unwohlsein und „weil man es eben so macht“. Ich war brav, wollte um keinen Preis auffallen, war die liebe und fleißige Schülerin und passte mich so an das an, was vorgegeben wurde. Nicht das jetzt in meiner Kindheit alles schlecht war. Ich habe viele schöne Erinnerungen und sehe viele Bilder vor mir, die ein heiles Familienleben zeigen. Trotzdem, dieses „anders sein“ begleitet mich, solange ich denken kann. Und dazu kommt, dass vieles aus meiner Kinderzeit nicht mehr abrufbar ist. Dies hat meines Erachtens auch schwerwiegende Gründe. Ich vermute, dass die Episoden und Geschehnisse, die ich damals nicht verstehen und einordnen konnte, all jene sind, in denen ich mich ungeliebt, unwissend zurück gesetzt, nicht gesehen oder falsch gesehen fühlte. Als Kind weiß man einfach so oft nicht, warum was geschieht. Man spürt, dass die Wahrheit anders schwingt und nimmt die Diskrepanz zwischen Worten und Handeln sehr intensiv wahr.
All das führte dazu, dass ich mit zunehmenden Alter noch zurück gezogener lebte und mir vorkam, als ob alle anderen ein „richtiges“ Leben führten, nur ich nicht. Ich fühlte mich ausgegrenzt und wollte doch nicht so leben wie sie. Ich fühlte mich einsam, wünschte mir (echte) Freunde und wurde doch so oft zurück gewiesen oder verraten. All das tat meiner Kinderseele nicht gut und verhärtete zusätzlich, was eigentlich am Wachsen und Erblühen war. So oft fragte ich mich: Warum versteht mich keiner?

Aus Teil 2:

Tage der Dunkelheit, komme ich da wieder raus?

Dieser Prozess der Veränderung führte mich immer wieder in „dunkle“ Gefilde. Manchmal reihten sich Tage aneinander, die mir alle dunkel erschienen. Da kam es schon vor, dass ich meinte, dort nie wieder heraus zu kommen. Wenn ich nämlich so mittendrin war, kein Licht sah und keine Hoffnung fühlte, war das alles andere als angenehm. Doch eins erlebte ich immer wieder, am tiefsten Punkt angekommen, war das Schlimmste fast überstanden, von da an ging es aufwärts.
Es half mir auch sehr, wenn ich bei anderen las, dass sie ähnliches erlebten. Dann gelang es mir besser, mich einzulassen, alles zu durchfühlen und diese Tage auszuhalten. Denn es geht nun mal nicht ohne. Der Prozess des inneren Wandels setzt immer voraus, dass man sich mit allem beschäftigt, sich auf alles einlässt, sich der Dunkelheit genauso zuwendet wie dem Licht und alles annimmt, was sich zeigt. Manchmal ist das natürlich leichter gesagt als getan, doch es ist nun mal nicht anders möglich.

 Aus Teil 3:

Was hilft?

Ich habe nun einiges darüber geschrieben, was diese Transformationszeit und all die Veränderungen mit mir machten. Ganz oft wünschte ich mir Hilfe herbei oder bat um Unterstützung und Klarheit. Um mich herum gab es wenige Menschen, mit denen ich über all das sprechen konnte. Im Internet begleiteten mich verschiedene Seiten, doch immer wieder auch blieben Fragen offen, die ich nicht beantwortet bekam. Und so ging mein Fokus und meine Bitten oft „nach oben“, an meine „Begleiter“, wer auch immer diese sind. Manchmal half es, laut auszusprechen, was mir auf der Seele lag, manchmal brachte es mich weiter, wenn ich draußen unterwegs war und dort laut über all das (mit mir) diskutierte und immer wieder flossen dabei Tränen. Es gab Momente, wo diese aus tiefsten Tiefen zu kommen schienen und mein ganzer Körper durchgeschüttelt wurde. Doch sie hatten etwas Befreiendes. Hinterher war eine Leere in mir, ich freier als zuvor und meist irgendwie neu.

Die Antworten sind in mir

Oh wie oft habe ich es verflucht, wenn ich auf meine Fragen als Antwort bekam: „Die Antworten sind in dir!“. Na toll, nur wo? Wie kann ich diese hören? Wie komme ich da ran? Wer gibt sie mir?
Viele verzweifelte Momente vergingen, in denen ich lernte, mir zuzuhören und abzuwarten. Denn nur in der Stille offenbaren sich diese. In der Stille des eigenen Verstandesgeplapper, in der Stille, wo man sich nicht von außen ablenkt. Hier wird man feinfühliger, offener … ich selbst erlebte dies immer wieder, wenn ich draußen in der Natur unterwegs war. Hier, nur mit mir, dem Wind, der Sonne … allein, hier kamen sie, die Inspirationen, die Bilder und die Antworten. …

Aus Teil 4:

Sehnsucht

Sehnsucht steigt auf,
nach dem, was wirklich ist.
Sie greift um sich,
sie macht mich traurig.
Sie lässt meine Tränen fließen
und mich fragen, wann ist es soweit?

Aber sie kann auch zeigen,
wo es lang geht.
Kann mich führen,
möchte mein Motor sein,
möchte, dass ich weiter gehe,
immer weiter auf meinem Weg.

Sie lässt sie mich spüren
die Verbindung zu mir und nach „oben“,
lässt mich tief fühlen
und immer mehr eintauchen,
lässt mich verschmelzen
und mit allem eins sein.

Sehnsucht, sie erinnert mich daran,
dass da so viel mehr ist
als ich sehe und verstehe.
Ich nehme sie an,
gebe mich ihr hin –
und bin für einen Moment
bei mir angekommen.

Aus Teil 5:

Der Neumond zeigt: „Es ist alles in mir!“

Ah ja, so … ist ja interessant zu wissen … ok, es fühlt sich wirklich gerade an, als ob man oder jemand (oder ich selbst?) einen Schleier nach dem anderen entfernt und so zum Vorschein kommt, was immer schon da war, was sich schon mal in meinem Leben zeigte, was jetzt miteinander verknüpft werden will und nun gelebt werden soll. Der rote Faden also, nur dass dieser noch aus mehreren Enden besteht, die ich jetzt miteinander verknüpfen darf.
Ich komme mir so ein wenig vor, als ob ich an der vorderen Kante eines (Absprung-)Berges stehe und kurz davor bin, zu springen. Nur sollte ich vorher wissen, ob nun nach links, nach rechts oder lieber in die Mitte … oder?
Es ist einiges, was sich gerade auftut und alles in so unterschiedlicher Form. Nun schaue ich, was will ich überhaupt … ich darf also noch genauer für mich definieren, was mir wichtig ist, wo es sich gut anfühlt, wie sich alles gestalten könnte, was noch dazu kommt. Eine Menge an Teilen schwirrt gerade um mich herum … beinahe so wie viele Bienen, die sich noch nicht entscheiden können, wo sie sich gemeinsam nieder lassen möchten. Dieses Gesumse bringt mich doch glatt um den Schlaf und kegelte mich heute zum Sonntag recht früh aus dem Bett. Macht aber nichts, denn diese Zeit liebe ich besonders und nutze sie meist, um meine Impulse zu sortieren oder um zu schreiben.
Also sortieren … ja und alles aufsaugen, was da noch kommt. Nebenbei lese ich gerade ein Buch über neue Lebensformen. Dieses Buch hat es erneut in sich und zeigt mir, was immer wichtiger wird. … Unter anderem geht es darum, wie wir mit unseren Gedanken erschaffen. Das wissen wir alles und haben es oft genug gehört oder gelesen. Auch ich stöhnte immer mal wieder, wenn dieses Thema aufkam und ich mich umschaute, wie ich lebe … doch gestern wurde mir zum ersten Mal so richtig klar, dass es stimmt. Das, was ich jetzt sehe, habe ich vor 9 Jahren erschaffen. Meine Gedanken und mein Fühlen damals war so anders als heute … vielleicht fragt ihr euch, warum ich es bisher nicht geändert habe. Das frage ich mich allerdings auch … doch glaubt mir, versucht habe ich es einige Male, doch kam es nie zur Umsetzung … aus Angst? aus Unsicherheit? mangelndem Selbstbewusstsein? aus Warten auf Hilfe von oben? … es gab wohl viele Gründe, die immer wieder vorgeschoben wurden. Und ja, es ist heftig, dass in dieser Klarheit so zu erkennen!
Nun was ist heute anders? Seit Jahresbeginn habe ich das Gefühl, ich werde Stück für Stück entblättert und gleichzeitig „runder“ … „runder“ im Sinne von selbstbewusster, mehr ICH, mehr die, die ich eigentlich schon immer war, mehr zentriert und im Frieden mit mir, klarer (zumindest zum Teil) und stärker. Das ist viel, viel mehr als ich bisher erfuhr und fühlte, viel mehr, als ich zeigen wollte und konnte, viel mehr, was jetzt nach außen drängt. Und da gibt es kein Zögern mehr, kein Schludern und mal eben so tun als ob … da gibt es nur noch … geradeaus und durch! Gleichzeitig aber auch offen und authentisch, wahrhaftig und liebevoll, ehrlich und klar kommunizieren, vor allem bei den Themen, was geht und was geht nicht. So gesehen ist es wirklich so, der Neumond zeigt: „Es ist alles in mir.“ … und ich darf es leben … jetzt!
Und nun noch mal zurück zu meinen Wünschen und Träumen. Sie schwirren ja gerade alle mehr oder weniger um mich herum und ich bin noch dabei, sie „einzufangen“ und den roten Faden zu vereinen. Doch eine Linie ist sichtbar …

Der Löwe in mir will …

  • endlich großzügig wohnen

  • genügend Geld zur Verfügung haben, um diese Träume und Aufgaben zum Wohle aller und zu meinem eigenen Wohlbefinden umsetzen zu können

  • Menschen treffen, finden, sich von ihnen finden lassen, die mich unterstützen, die mit mir träumen, die mit mir erschaffen und mit mir in Freude leben

Die Liebe in mir will:

  • geben und ein Stück weit die Welt verändern

  • Heilung anbieten, Ruheinseln schaffen, Menschen an ihre Kraft, ihre Träume und die Freude in ihrem Leben erinnern

  • lieben, lachen und singen

  • gemeinsam in der Freude sein

  • die Erde berühren und achtsam mit ihr und den Tieren leben

Der ungeduldige Teil in mir will:

  • das Ganze soll jetzt geschehen

Der wissende Teil in mir weiß:

  • alles kommt zur rechten Zeit, doch ich darf auch etwas dazu tun, denn warten und nur schauen, ob denn irgendwann mal eine Fügung auftaucht, reicht nicht

  • er weiß auch, wann es Zeit ist, sich zu zeigen, zu kommunizieren und nach außen zu treten und wann es besser ist, still zu sein

Und meine Seele:

  • sie freut sich, sie jubelt, sie singt … denn endlich, endlich kommt „Leben in die Bude“ und Leichtigkeit … endlich kann das Abenteuer „Neues Leben“ beginnen … oder anders gesagt bzw. meine Worte eines Traumes dieser Tage „ICH BIN DA!!!“ … im Sinne von, ich bin (endlich) bei mir!

Aus Teil 6:

Seelenfrieden

Immer mehr macht er sich bemerkbar, der innere Frieden. Seit einiger Zeit spüre ich in viel stärker als bisher und meist gelingt es mir, mich auch in anstrengenden Momenten daran zu erinnern. Dieser Seelenfrieden ist eine der Voraussetzungen für das neue Leben, dass sich jetzt immer mehr entfalten mag. Denn er lässt gleichzeitig mein Vertrauen wachsen. Denn das benötige ich unbedingt, wenn es jetzt immer schneller und immer intensiver weiter geht. Noch kann ich nur erahnen, wohin es mich zieht. Noch sehe ich ihn nicht, den nächsten Schritt. Doch ich kam immer wieder dorthin zurück, wo ich schon so oft vorher war, zu meiner Vision. Die Erinnerung daran las ich immer mal wieder hier und da, die Erinnerung, dass wir groß träumen sollen, dass wir den Pfad unserer Seele nicht aus den Augen verlieren sollten. Doch die Umsetzung dessen stellte mich so oft vor unausweichbare Hürden. Nichts schien wirklich zu funktionieren und weiter zu gehen, nichts sich so zu fügen, wie ich meinte, dass es sein sollte. Ich durfte lernen, immer wieder zu vertrauen und trotz allem meine Zuversicht nicht zu verlieren. Was mir jetzt wohl bevor steht, ist der Sprung ins Unbekannte …